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# Initiative für den Studiengang "Journalismus und Public Relations" (ehemals "Journalismus und Unternehmenskommunikation") an der FH JOANNEUM, Graz #

Jun 30 / 5:37am

"ÖVP-Propagandapostwurf"

Ein Kommentar zum aktuellen Artikel der grün-weißen Tagespost von Jochen Hencke, Studiengangsprecher "JUK/JPR"

Claudia Gigler hat den richtigen Ausdruck für dieses "Blatt" gefunden, dass sich nach eigenen Angaben "insbesondere den Bewohnern des Landes Steiermark und deren Anliegen" verpflichtet fühlt: Die grün-weiße Tagespost.

Schon einmal schaltete sich das ÖVP-Blatt in die Diskussionen um angebliche Manipulationen an der FH Joanneum, speziell am Studiengang "Journalismus und Unternehmenskommunikation", ein. Schon einmal wurde in einer Art und Weise Hetze gegen die FH, den Studiengangleiter, die Studenten und Absolventen betrieben, die seines gleichen suchte. Leider ist der alte Artikel online nicht mehr verfügbar - aber den ungefähren Inhalt habe ich in meinem Blog schon einmal wiedergegeben.

Jetzt mischt sich Volker Liebmann erneut mit einem Artikel ein, den ich sogar medienrechtlich für bedenklich halte. Sowohl in der gedruckten, als auch in der Online-Version steht direkt auf der ersten Seite: "FH: Manipulationen bei Aufnahmetests!". Eine Tatsachenbehauptung, die in keinster Weise bis jetzt bewiesen wurde und somit hier weiter die Unschuldsvermutung gilt (§ 7b, Medienrecht). Zwar wird im letzten (!) Absatz auf die Unschuldsvermutung gegenüber dem Studiengangleiter hingewiesen, würde Liebmann dieser aber so viel Beachtung schenken, wie er mit dem Nebensatz vorgaukelt, hätte er sich einen anderen Titel einfallen lassen.

Die "Volkspartei" hat ein Thema gefunden, mit dem sie auf die SPÖ einprügeln kann. Es wird Wahlkampf betrieben, zu Lasten von uns Studierenden und AbsolventInnen. Der "grün-weißen Tagespost" geht es nicht um die Bewohner des Landes Steiermark und deren Anliegen, dem "ÖVP-Propagandapostwurf" geht es um die Interessen der Partei, um puren Wahlkampf. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Es wird auch wieder einmal die ominöse Anzeige, die Rechtsanwalt Kohlbacher für einen anonymen Kläger (Liebmann weiß anscheinend mehr, spricht er doch auf einmal von "anonymen KlägerN" und setzt dazu "anonymen" auch noch in Anführungszeichen) eingebracht hat, zitiert. Hier wird vorsichtshalber verschwiegen, dass die Geschäftsführung aufgrund des Berichts der Internen Revision bereits festgestellt hat, dass es zu keiner strafbaren Handlung - genauer: zu keiner Urkundenfälschung - kam. Auch wird lieber verschwiegen, dass der Chef der Internen Revision inzwischen abgelöst wurde, auch weil es Proteste der Studiengangleiter der FH gab.

Der Verdacht liegt weiterhin nahe, dass hinter dieser ganzen Kampagne, die derzeit gegen unseren Studiengang und dessen Leiter geführt wird, viel mehr steckt, als nur diese Anzeige eines (oder mehrerer) anonyme(r) Mandanten. Denn, komischer Weise, startete die Schmutzkampagne genau parallel zu einem Prozess, den ein ehemaliger Mitarbeiter der FH angestrebt hat. Warum? Der frühere Lehrende werfe FH-Führung und Kollegen „organisiertes Mobbing“ vor – unter anderem, weil er Missstände aufgezeigt habe, so berichtete "Die Presse" am 29. April 2010. Dass sein Arbeitsverhältnis beendet wurde, weil es massive Probleme mit Studenten gab, ein ganzer Jahrgang geschlossen gegen ihn protestierte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Seitdem die Klage eingereicht wurde, taucht an verschiedensten Stellen (Medien, parlamentarische Klubs, staatliche Behörden, Ministerien, zuletzt sogar bei der europäischen Korruptionsanwaltschaft) ein zentimeterdickes Konvolut auf, in dem immer wieder von Bestechungen, Manipulationen und Mobbing die Rede ist. Behauptungen, die einfach im Raum stehen - ohne auch nur ansatzweise bewiesen zu werden. Die Kleine Zeitung vermutet deswegen nicht umsonst, dass damit "öffentlich Stimmung gegen die FH in Hinblick auf den Arbeitsgerichtsprozess" gemacht werden soll, und fügt hinzu, "aber immer verdeckt".

Sowohl an Landesrätin Elisabeth Grossmann, als auch an Ministerin Beatrix Karl sind von verschiedensten Parteien Anfragen gestellt worden, die sich mit der Causa FH beschäftigen. In einigen ist von Mobbing die Rede, in anderen von Manipulationen beim Aufnahmeverfahren. Von wem die Antragssteller ihre Informationen beziehen, halten sie zum Großteil geheim. Eine Partei machte allerdings Andeutungen, die Rückschlüsse auf einen Zusammenhang mit dem Arbeitsgerichtsprozess zulassen. Ein weiterer Punkt, der den Verdacht der Kleinen Zeitung erhärten könnte, aber natürlich leider nicht bewiesen werden kann.

Die Hintermänner halten sich bedeckt, verstecken sich hinter Anwälten oder Parteien. Die Betroffenen stellen sich dem Dialog, diskutieren offen, stellen sich hinter ihren Studiengang und bekommen prompt eine eMail von Rechtsanwalt Rüdiger Pansch, der nach eigenen Angaben europaweit die rechtlichen Interessen des Lehrenden "auf dem Gebiet des Persönlichkeitsrechts" vertritt. Darin werden wahllos Studenten und Absolventen des Studiengangs als "Mit-Initiator einer Internetkampagne" bezeichnet, "die das Ziel verfolgt, den Ruf und den Kredit unseres Mandanten durch Nennung seines Namens zu beschädigen". Weiters wird behauptet, dass sein Mandant das Recht hätte, "die eigene Person nicht in der Öffentlichkeit dargestellt zu sehen". Gott sei es gedankt, haben es die Medien inzwischen vorgemacht und den Namen schon mehrfach "in den Mund" genommen. Selbst der mit dem Lehrenden befreundete "Journalist" Alexander Bühler, der nicht gerade für seine neutrale FH-Berichterstattung bekannt ist, erwähnt den Namen inzwischen regelmäßig. Ob der auch so einen Brief bekommen hat? Oder möchte man mit diesen Briefen lieber versuchen, Studenten - die sich möglicherweise kritisch über den Lehrenden äußern könnten - mundtot zu machen?

Nach dem ersten öffentlichen Prozesstag hatte die Richterin beide Parteien, sowohl Lehrenden, als auch FH, einen Vergleich ausdrücklich empfohlen. Der ist allerdings gescheitert. Der Prozess geht also weiter. Es bleibt abzuwarten, welche Behauptungen als nächstes auftauchen werden. In der Steiermark ist Wahlkampf und damit werden Behauptungen lieber schneller verbreitet, als überprüft - wie man an der ÖVP wunderbar sehen kann.

Apr 28 / 5:53am

Media Coverage Roundup #4 vom 28. April 2010

Die Causa erreichte in den letzten Tagen den Nationalrat. Der steirische FPÖ-Natiolratsabgeordnete Mario Kunasek stellte eine parlamentarische Anfrage [5169/J] an die Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, Beatrix Karl. Kunasek thematisiert die Kritik am Aufnahmeverfahren am Studiengang und greift Heinz M. Fischer massiv an. "Na endlich im Schoß der richtigen Partei gelandet! Da sind die Herrschaften sicher gut aufgehoben", kommentierte eine Leserin Kunaseks Aussendung auf Facebook.  

Die Kronen Zeitung rapportiert die FPÖ-Anfrage folgsam: 
Manipulation und Korruption an der Fachhochschule Joanneum, deswegen ermittelt seit mittlerweile einer Woche die Staatsanwaltschaft. Seit gestern ist die Affäre auch Thema im Parlament. FP-Mandatar Mario Kunasek richtete in der Sache eine Anfrage an Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Dem Leiter des Studiengangs Journalismus wird in einer Anzeige vorgeworfen, bei Aufnahmeverfahren "getrickst" zu haben. Der beschuldigte FH-Professor dementiert entsprechend heftig.
Aus: "Kronen Zeitung" vom 23.04.2010 Seite: 12 Ressort: lokal; Stmk, Morgen  
 
Die Grünen stellen eine ähnlich lautende Anfrage an Bundesministerin Karl [5122/J]. Jedoch merken die Abgeordneten der Grünen an:
Wir verschweigen nicht, dass wir auch mit gänzlich anderslautenden Informationen konfrontiert wurden. Sich hier eine objektive Meinung zu bilden, kann nur durch eine offizielle Sachverhaltsdarstellung erreicht werden.
JUK-Absolvent Florian Ranner bricht eine Lanze für seinen Studiengang und zeigt, dass die Vorwürfe gegen uns Studierende und AbsolventInnen jenseitig sind. Lektüre wärmstens empfohlen. 
 
Der studiKURIER, der von KollegInnen der Wiener Journalismus-FH betrieben wird, veröffentlicht die bereits aus anderen Medien bekannte APA-Meldung.   
 
Übrigens: Die Stellungnahme von Studierenden und AbsolventInnen wurde bisher über 1000-Mal gelesen. Mehr als 70 Studierende und AbsolventInnen haben unterschrieben! Danke für die Unterstützung. 
Apr 22 / 2:04am

Media Coverage Roundup #3 vom 22. April 2010

Österreich bringt einen etwas längeren Artikel über die Causa: 

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Aus: "Österreich" vom 21.04.2010 Seite 16; Mutation: Steiermark
 
Die Steiermark-Seiten des Falters schreiben eine kurze Notiz zum Fall: 
Vorwurf Gegen den Leiter des Studiengangs Journalismus an der FH Joanneum, Heinz Fischer, traf eine anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ein. Die Vorwürfe: Urkundenfälschung und Korruption beim Aufnahmeverfahren. Die Geschäftsführung der FH weist die Vorwürfe zurück, ebenso Fischer: „Das ist eine groß angelegte Intrige, das Ganze ist grotesk und absurd.“ 2009 hat die interne Revision an der FH für vorangegangene Jahre Schwächen im Aufnahmeverfahren festgestellt, das Wort Urkundenfälschung stand damals im Raum. Ein Rechtsanwalt habe die Sache geprüft und festgestellt, dass es sich nicht um Urkundenfälschung handle, so Rektor Karl Peter Pfeiffer. Er will einen Racheakt eines ehemaligen Mitarbeiters nicht ausschließen. Das Aufnahmeverfahren wurde 2009 geändert.
Aus: "Falter" Nr. 16/10 vom 21.04.2010 Seite: 40 Ressort: Steiermark 
 
Jochen Hencke, Vertreter der Studierenden, hat der für die FH zuständigen Landesrätin Elisabeth Grossmann einen Brief geschrieben und diesen auch veröffentlicht. Leseempfehlung, weil sich sehr viele Hintergründe zum Fall aufklären. 
Apr 19 / 8:40am

Stellungnahme

In Medienberichten wurden in den vergangenen Tagen Vorwürfe gegen uns Studierende und AbsolventInnen des Studienganges "Journalismus und PR" (früher: "Journalismus und Unternehmenskommunikation") der FH JOANNEUM in Graz erhoben. Uns wird unter anderem vorgeworfen, dass wir ... 
… uns die Aufnahme zum Studium erkauft oder erschlichen hätten und 
... Prüfungsergebnisse erkauft oder erschlichen hätten. [1][2][3]
Wir, Studierende und AbsolventInnen des Studiengangs, weisen diese Vorwüfe als völlig absurd zurück. Deshalb gehen wir an die Öffentlichkeit, um unsere Sicht der Dinge und Hintergründe darzustellen. Wir machen das, weil derartige Gerüchte unser Ansehen und unsere Jobchancen nachhaltig schädigen. Dabei handeln wir aus eigener Motivation heraus und wurden von niemandem dazu aufgefordert. Wir möchten auch festhalten, dass wir nicht den Studiengangsleiter oder andere FH-Beschäftigte in Schutz nehmen wollen und können. 
Uns allen ist kein Fall bekannt, in dem an der FH JOANNEUM Noten oder Studienplätze erschlichen wurden. Wir sind der Überzeugung, dass es sich hier nicht um gerechtfertigte Vorwürfe handelt, sondern versucht wird, einen Studiengang, seine MitarbeiterInnen, seine Studierenden und AbsolventInnen in Misskredit zu bringen. 
Wir möchten darüber hinaus darauf hinweisen, dass das Aufkommen der anonym geäußerten Vorwürfe zeitlich mit einem Rechtsstreit zusammenfällt, den ein ehemaliger Angestellter gerade gegen den Studiengang bzw. die FH JOANNEUM führt. Insofern ist es aus unserer Sicht möglich, dass hier versucht wird, Druck aufzubauen, um auf den Ausgang des Verfahrens und die öffentliche Meinung Einfluss zu nehmen. 
Diese Stellungnahme ist die überarbeitete Version eines zuvor auf Facebook diskutierten Entwurfs. Sie wurde angeregt und kollektiv verfasst von zahlreichen besorgten Studierenden und AbsolventInnen des Studiengangs. Ein noch größerer Teil von (Ex-)Studierenden trägt die Inhalte dieser Erklärung mit. Wir begrüßen die weitere öffentliche Diskussion der gesamten Causa – und auch dieses Statements. Nur Transparenz und offene Kommunikation können zur Aufklärung führen.
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Rückfragehinweis: 
Jochen Hencke, Studiengangssprecher (Vertreter der Studierenden des Studiengangs)
j.hencke@gmail.com, +43 699 1801 7556
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Weitere Informationen, Kommentare und Hintergründe auf … 
Twitter: http://twitter.com/projukjpr            Hashtag: #projukjpr
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[1] Bühler, Alexander und Schwarz, Christoph: Gefälschte Tests? Anzeigen gegen Grazer FH. diepresse.com vom 14.04.2010. Im Internet: http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/558389/index.do?_vl_backlink=/home/bildung/index.do
[2] Gigler, Claudia: Revancheakt gegen Leiter des Journalismus-Lehrgangs? kleinezeitung.at vom 10.04.2010. Im Internet: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/2330776/revancheakt-gegen-leiter-des-journalismus-lehrgangs.story
[3] Felbinger, Gerhard: Korruption und Manipulation an der FH Joanneum? krone.at vom 10.04.2010. Im Internet: http://www.krone.at/krone/S153/object_id__194274/hxcms/index.html

 

Apr 18 / 4:08pm

Media Coverage Roundup #2 vom 18. April 2010

Die APA-Meldung vom Donnerstag findet am nächsten Tag ihren Niederschlag in den Printausgaben der Salzburger Nachrichten und Österreich. Die Artikel sind online nicht abrufbar, es handelt sich jedoch um ein Recycling der APA-Meldung und enthält daher keine neuen Infos. 

Die Kleine Zeitung berichtet darüber, dass sich der Konflikt bereits in die Landespolitik verlagert hat

Michael Fleischhacker, Chefredakteur der Presse, versucht eine Antwort auf den offenen Brief von Heinz M. Fischer, Studiengangleiter von Journalismus und PR – jene Person, die im besagten Presse-Artikel stark angegriffen wird. Das kommentiert wiederum Chris Langreiter auf seinem Blog

Weitere Studierende verfassen Blogbeiträge zur Causa, so etwa Mario Rubenzer und Robert Fröwein
Apr 15 / 12:35pm

Media Coverage Roundup #1 vom 15. April 2010

Die Presse hat mit ihrem Artikel die Berichterstattungs-Lawine des heutigen Tags ausgelöst. Antworten gibt es in Form von Blogposts von Jochen Hencke, Sprecher der Studierenden, sowie Heinz M. Fischer, Studiengangsleiter, in einem offenen Brief, den Heinz Wittenbrink auf seinem Blog veröffentlicht. Die FH JOANNEUM weist in einer Presseaussendung alle Vorwürfe zurück. Ähnliches liest man vom FH-Betriebsrat.
 
ORF Online bringt die Geschichte kurzzeitig auf seiner Startseite. Der Text auf steiermark.orf.at ist ident mit der zuvor veröffentlichten APA-Meldung. Diese wird auch von der Kleinen Zeitung online zitiert. 
 
Der renommierte österreichische Blogger Helge Fahrnberger berichtet auf Kobuk!, einem Medienwatchblog von Studierenden der Lehrveranstaltung “Multimedia-Journalismus” am Publizistikinstitut der Uni Wien.